In recotech haben nur Räume und Raumzonen Polygone. Räume müssen mindestens eins (ihr Außenpolygon) haben, alle weiteren werden als topologische Löcher interpretiert. Raumzonen können nur genau eins haben. Bei der Änderung der geometrischen Daten eines Raums oder einer Raumzone werden alle alten Punkte und Polygone gelöscht und durch neue ersetzt. Polygone teilen sich nie Punkte, selbst wenn sie geometrisch gesehen gemeinsame Punkte haben.

Jeder Punkt besteht aus einem Verweis auf sein Polygon, einer x und y Koordinate und einer Nummer, welche die Reihenfolge der Polygonpunkte angibt. Die Koordinaten aller Raumzonen und Räume eines Geschosses müssen im selben Koordinatensystem ausgedrückt sein.

Die Reihenfolge der Punkte eines Polygons kann im oder gegen den Uhrzeigersinn erfolgen. Diese Reihenfolge muss nicht für alle Polygone gleich sein. Die Punkte eines Polygons werden als geschlossener Linienzug aufg-fasst, der erste Punkt muss also nicht wiederholt werden. Wenn in den Quelldaten eine solche Wiederholung stattfindet, schadet das nicht: aufeinanderfolgende numerisch gleichwertige (Epsilon von ca. 10-15) Punkte werden während des Imports ignoriert und nicht gespeichert. Der erste und letzte Punkt gelten als aufeinander folgend.

Ein Polygon hat je einen Verweis auf einen Raum und eine Raumzone von denen immer nur einer gesetzt sein darf. Sind einem Raum mehrere Polygone zugeordnet, ist das mit der größten Fläche das Außenpolygon, alle weiteren werden als topologische Löcher interpretiert.  

In recotech sind verschiedene geometrische Prüf- und Säuberungsalgorithmen implementiert, die auf Wunsch ausgeführt werden können und der Verifizierung und Redundanzbeseitigung der geometrischen Daten dienen.

Geometrische Daten in recotech

In recotech müssen die Pläne in Form der hier beschriebenen geometrischen Daten in der Datenbank vorliegen. Es gibt keine Möglichkeit CAD-Pläne direkt anzubinden.


Der Hintergrund hierfür ist, dass in recotech die Daten für jede Planungsvariante als Kopie der zum Erstellungszeitpunkt existierenden Stammdaten angelegt werden. In recotech können beliebig viele Varianten durchgespielt werden, die alle erst mal hypothetisch sind und sich auf die tatsächliche Situation (d.h. die Stammdaten) nicht auswirken sollen.

Diese Datenkopien sollen außerdem von Änderungen oder Löschungen in den Stammdaten nicht betroffen sein, damit ältere Planungen in ihrem letzten Zustand erhalten bleiben. Es müssen also unter anderem auch die geometrischen Daten kopiert werden.


Die Pläne werden nicht nur verwendet, um die Ergebnisse einer Planungsvariante durch Einfärben und Beschriften der entsprechenden Flächen anzuzeigen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit mit recotech passiert im Grafik Modul. Insbesondere das Verschieben von Platzansprüchen zwischen Raumzonen (also die Detailplanung) ist im Grafikmodul wesentlich komfortabler und übersichtlicher als in der alphanumerischen Oberfläche. Die Pläne stellen also eine wichtige Eingabeoberfläche dar und müssen dementsprechend eng im Programm integriert werden.

Zuletzt sind die genauen Koordinaten der Polygone die Grundlage der Entfernungsberechnung. Sie sollten also schnell und jederzeit zur Verfügung stehen und das Einlesen dieser Daten nicht von der Layer Struktur oder konkreten Formatierung einer CAD Datei abhängig sein.