Eine Platzierungseinheit ist eine (möglicherweise leere) Menge von Platzansprüchen mit einem Namen, einer frei wählbaren Flächenangabe (in m²) als Puffer und einem Verweis auf den Standort an dem sie angesiedelt ist. Ihr Gesamtflächenbedarf ergibt sich aus der Summe des Flächenbedarfs ihrer Platzansprüche modifiziert durch den Puffer. Genau wie bei den Platzansprüchen ist dieser Flächenbedarf nicht durch die Nutzungsart qualifiziert. Es ist durchaus üblich, für den Flächenbedarf an Lagerfläche, Besprechungsräumen oder Laboren eigene (leere) Platzierungseinheiten zu definieren und diese mittels Vorbelegungen in entsprechend geeigneten Räumlichkeiten zu bedienen.  

Platzierungseinheiten sollten unabhängig von einer möglicherweise sehr detaillierten Organisationsstruktur immer alle Mitarbeiter umfassen, deren räumliche Nähe zueinander in den zukünftigen Planungen immer er-wünscht ist. Es ist nicht besonders sinnvoll, einzelne Teams, Arbeitsgruppen oder Unterabteilungen, die ohne-hin immer in räumlicher Nähe zueinander platziert werden sollen, mit je eigenen Platzierungseinheiten zu identifizieren.  


Eine Platzierungseinheit kann einem Team, einer Arbeitsgruppe, einer Unterabteilung oder einer Abteilung entsprechen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass alle Platzansprüche einer Platzierungseinheit in räumlicher Nähe platziert werden. Arbeitsgruppen, Abteilungen etc., für die das nicht erwünscht ist, sollten nicht als Platzierungseinheiten angelegt werden. Die Platzierungseinheiten dienen in erster Linie der Belegungsberechnung und nicht der korrekten Abbildung des Organigramms.  

Welche Ebene der Organisationstruktur mit den Platzierungseinheiten identifiziert wird, ist eine wichtige Modellierungsentscheidung, die bei der Einführung von recotech mit Bedacht getroffen werden sollte, um den mit einer Änderung verbundenen Aufwand zu vermeiden.


Auch wenn die räumliche Nähe zweier Platzierungseinheiten mit hoher Kommunikationsintensität bei der Berechnung priorisiert werden kann und man im Rahmen der konkreten Planung einzelne Platzierungseinheiten logisch zusammenfassen kann, um die Nähe zu erzwingen, wird eine zu kleinteilige Strukturierung von Platzierungseinheiten die Berechnungen verlangsamen und/oder den manuellen Anteil an der Erstellung von Planungsvarianten unnötig erhöhen und im Ergebnis höchstens genauso gut sein.

Platzierungseinheiten sollten aber auch nicht zu groß gewählt werden. Das detaillierteste Ergebnis der strategischen Planung ist eine Zuteilung von Raumzonen zu jeder Platzierungseinheit. Die Feinplanung besteht in der Zuteilung von Platzansprüchen zu Raumzonen. Für diese bietet recotech zwar Automatismen, aber die einzigen Parameter, die dabei beachtet werden, sind die Größen der Raumzonen, die Flächenansprüche der Platzansprüche und die korrekte Vergabe von Einzelplätzen. Eine so generierte Feinplanung stellt nur einen Möglichkeitsnachweis und einen ersten Vorschlag dar.  

Die Befindlichkeiten und Präferenzen der genauen Schreibtischvergabe sind zu komplex, um sie mit einem Algorithmus lösen zu können. Deshalb sollte eine Platzierungseinheit nur so viele Platzansprüche umfassen, dass das Problem der konkreten Büro- und Schreibtischvergabe manuell oder von den Beteiligten selbst lösbar ist.


Der Flächenbedarf (Gesamtgröße) einer Platzierungseinheit errechnet sich aus den Bedarfen der einzelnen Platzansprüche. Dieser ergibt sich im Allgemeinen aus den Bedarfen der Platzanspruchstypen.

Hat eine Person jedoch einen besonderen Bedarf, weil z.B. ein Plotter und 5 Drucker in ihrer Nähe platziert werden müssen, sind also an einen Arbeitsplatz besondere Eigenschaften geknüpft, die Platz beanspruchen, so kann dieser erweiterte Bedarf mittels der Angaben von Pufferflächen entweder am einzelnen Platzanspruch oder an der Platzierungseinheit berücksichtigt werden.


Der Platzbedarf einer Platzierungseinheit ist die Summe der Flächenbedarfe seiner Platzansprüche. Diese ergibt sich i.d.R. aus den Platzanspruchstypen. An sie ist auch der Einzelplatzanspruch gekoppelt.



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